Um wirklich glücklich zu sein, benötigt eine Katze viel Platz und am besten Freilauf? Das trifft teilweise sicher zu. Doch auch wenn deine Wohnung nicht so groß ist, kannst du kätzische Gesellschaft genießen.

Möchtest du Katzen in einer Zweiraum- oder sogar 1 Zimmer Wohnung halten, kommt es auf einige wesentliche Überlegungen an: von der passenden Einrichtung über Zeit für Beschäftigung bis hin zu der passenden Katzenrasse.

Kleine Wohnung katzengerecht einrichten

Deine Wohnung muss nicht groß sein, um Katzen glücklich zu machen. Dennoch ist eine stark begrenzte Haltung, etwa auf ein einziges Zimmer, keine gute Idee. Vielmehr gilt: Je kleiner die Wohnung, desto freieren Zugang sollte die Fellnase überallhin haben – außer natürlich zu Gefahrenquellen wie Herd, etc.

Häufig gelten 60 m² als Mindestwohnfläche für einen Zweikatzenhaushalt. Aber aus Katzensicht zählt eher die Qualität der Wohnung als die Größe. Mit den folgenden fünf Tricks werden enge Wohnräume für Samtpfoten ganz groß.

1. Viele Ressourcen anbieten

Befriedige die Bedürfnisse der Katze in ausreichendem Maße. Das bedeutet, all die entscheidenden Ressourcen dafür müssen gut zugänglich zur Verfügung stehen.

Im Mehrkatzenhaushalt lautet die optimale Menge: Anzahl der kätzischen Mitbewohner plus eins. Zu den Grundbedürfnissen zählen:

  • gemütliche Schlafplätze, warm und kuschelig
  • erhöhte Plätze für ein Gefühl der Sicherheit
  • Rückzugsorte, an denen die Mieze einmal ganz ungestört sein kann
  • frisches Wasser und natürlich genügend Futter
  • frei zugängliche Toiletten

2. Dreidimensional denken

Erweitere den nutzbaren Raum, indem du in die Höhe denkst. Katzen sind bekanntlich begeisterte Kletterer. Extra hohe Kratzbäume oder selbst gebaute Kletterwände machen die kleinste Wohnung zum wahren Katzenparadies.

Die erhöhten Sitzmöglichkeiten erfüllen das charakteristische Bedürfnis von Katzen, alles gut im Blick zu haben. Wer handwerklich geschickt ist, kann mit wenigen Mitteln tolle Katzenbrücken, sogenannte Catwalks oder Höhlen bauen.

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3. Vielfältige Revierbegehun

Für die Lebensqualität der kleinen Tiger ist es wichtig, über ein klar aufgeteiltes Revier zu herrschen. Eine deutliche Trennung entscheidender Lebensbereiche wie Schlafen, Fressen oder Toilettengang muss gewährleistet sein.

Ob klein oder groß: Nur so entspricht die Wohnung der Natur der Katze und schafft überdies Anreize zur Bewegung. In der 1 Zimmer Wohnung lässt sich die Aufteilung auch mittels Raumteilern bewerkstelligen.

Als Katzenklo gibt es praktische Eck-Modelle, die sich im engen Bad perfekt in Nischen einfügen lassen.

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4. Frischluft und frische Eindrücke

Katzen sind kleine Raubtiere. Nur mit frischer Luft und stets vielen neuen Eindrücken fühlen sie sich so richtig in ihrem Element. Mache deine Katze glücklich mit einem gesicherten Balkon.

Spezielle Katzennetze sind leicht anzubringen, und schon kommt die Fellnase in den Genuss frischer Luft. Auch der Balkon lässt sich mit zusätzlichen Klettermöglichkeiten oder Kuschelecken gestalten. So erweitert er die kleine Wohnung gleich zusätzlich. Kein Balkon vorhanden?

Dann gestaltete ein Fenster per Netz katzensicher: So kann dein pelziger Liebling am weit geöffneten Fenster sitzen, frische Luft tanken und draußen die Vögel oder vorbeifahrende Autos beobachten. Herrlich, wie Freiluftkino!

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5. Kurztrips nach draußen

Wer seiner Katze noch mehr bieten will, sollte Spaziergänge an der Leine ausprobieren. Damit lieferst du deinem Stubentiger zahlreiche neue Eindrücke und Anregung sowie eine Extraportion Bewegung.

Wichtig:

Damit die Ausflüge nicht in Stress ausarten, gewöhne deine pelzige Mitbewohnerin so früh wie möglich daran, am besten schon als junges Kätzchen.

Adoptierst du eine erwachsene Katze, so starte langsam, mit sehr ruhigen und überschaubaren Gebieten ohne viele Menschen, Tiere oder gar Autos. Scheint sie die Kurztrips zu hassen, dann lass es bei einem Versuch bewenden.

Weniger Platz – mehr Zuwendung

katze in kleiner wohnung halten

Ist deine Wohnung nicht groß, dann mache den mangelnden Raum durch umso mehr Aufmerksamkeit wett. Regelmäßige Zuwendung, Streicheleinheiten und kreative gemeinsame Spiele bedeuten der Katze in der Regel mehr als zusätzliche Quadratmeter.

Eine Extramaß an Anregungen gleicht auch die fehlenden Einrücke von außen aus. Schließlich wären die kleinen Raubtiere in freier Wildbahn viele Stunden des Tages mit dem Beutemachen beschäftigt.

Diese geistigen und körperlichen Herausforderungen lassen sich spielerisch ersetzen. Der Fachausdruck lautet Behavioural Enrichment und erfreut sich auch in modernen Zoos zunehmender Wichtigkeit.

Tipp:

Fummelbretter etwa beschäftigen Katzen sinnvoll. Das Futter muss mithilfe einer guten Strategie aus dem Spielzeug herausbefördert werden. Im Tierbedarf gibt es facettenreiche Intelligenzspielzeuge. Anstelle von teurem Spielzeug kannst du aus einfachen Kartons mit Löchern spannende Schatzkisten für Katzen bauen. Im Internet gibt es zahlreiche einfache Anleitungen!

Freigang versus Wohnungshaltung

Ist Freigang ein Muss? Für die artgerechte Haltung von Hunden in kleinen Wohnungen auf jeden Fall. Unter Katzenliebhabern schneiden sich hier noch immer die Geister. Natürlich sind kleine Tiger in freier Natur so richtig glücklich, wenn sie rennen, klettern und jagen.

Doch diese Freiheit hat auch ihre Schattenseiten. So blicken Freigänger auf eine deutlich geringere Lebenserwartung als Stubentiger. Durchschnittlich werden in der Wohnung gehaltene Katzen mehr als zehn Jahre alt, während ihre Artgenossen mit Freigang nur auf rund zwei bis fünf Jahre kommen. Die Gründe reichen von Autounfällen über Revierkämpfe bis hin zu Ansteckungen mit Krankheiten.

Zudem kommt das freie Herumstromern ohnehin nicht für alle Samtpfoten infrage. Tiere mit Handicap oder ansteckenden Krankheiten sollten ebenso wenig nach draußen wie gefährdete Rassekatzen. Ausnahme: der zeitweilige Spaziergang an der Leine.

Allein glücklich oder besser Mehrkatzenhaltung?

katzen in wohnung halten

Insbesondere wenn kein Freigang möglich ist, raten Experten immer dazu, der Samtpfote mindestens einen Artgenossen zur Seite zu stellen. Nur so kann sie ganz Katze und somit wirklich glücklich sein.

Allerdings bringt jede zusätzliche Mieze auch zusätzliche Anforderungen mit. Dazu zählen vor allem die folgenden beiden Punkte:

  1. Katzen müssen die Möglichkeit haben, sich aus dem Weg zu gehen. Das klappt auch in der 1 Zimmer Wohnung, solange Küche und Bad frei zugänglich sind.
  2. Extra-Toilette je Katze einplanen: pro Tier sollte mindestens ein WC verfügbar sein, um Revierstreitigkeiten zu vermeiden

Die richtige Katzenrasse für eine kleine Wohnung

Je nach Rasse sehen Katzen teils vollkommen unterschiedlich aus. Doch auch ihr Wesen kann sehr verschieden veranlagt sein. Dementsprechend passen einige Katzenrassen besser in eine nicht ganz so groß geratene Wohnung als andere.

Passt:

  • Britisch Kurzhaar
  • Europäisch Kurzhaar
  • Russisch Blau
  • Kartäuser

Die genannten Rassen sind sehr ruhig und ausgeglichen. Ihr Freiheitsdrang ist vergleichsweise weniger stark ausgeprägt.

Passt weniger:

  • Bengalkatze
  • Savannah-Katze
  • Siam
  • Maine Coon
  • Norwegische Waldkatze

Bengal und Savannah sind aufgrund ihrer nahen Verwandtschaft mit Wildkatzen äußerst freiheitsliebend und temperamentvoll. Auch die Siam ist als wahres Energiebündel bekannt. Maine Coon und Norweger werden zudem stattlich groß.

Tipp:

Unabhängig von der Rasse kommt es auf die Sozialisation an, also darauf, wie die Katze aufgewachsen ist – falls du eine Samtpfote mit Lebenserfahrung aus dem Tierheim aufnehmen möchtest. Kennt sie Freigang und ist eher „wild“, dann wird sie in reiner Wohnungshaltung auf engem Raum nicht glücklich werden. Anders sieht es bei Miezen aus, die als Stubentiger aufgewachsen sind und nichts anderes kennen.

Fazit: glücklich hoch zwei

Wenn du dich nach dem Zusammenleben mit Katzen sehnst, dann kannst du dir deinen Wunsch erfüllen – auch wenn deine Wohnung nicht so groß ist. Dafür musst du nur einige klare Anforderungen erfüllen, wie etwa viel Aufmerksamkeit oder eine katzengerechte Gestaltung der Wohnung. Dies gilt für die Haltung aller Haustiere in kleinen Wohnungen.

Hast du dafür nicht die Zeit oder die Möglichkeit, dann ist es in einer sehr kleinen Wohnung die verantwortungsvollere Entscheidung, vorerst auf kätzische Gesellschaft zu verzichten. Satt die Katze in einer 1 Zimmer Wohnung zu halten, könntest du im Tierheim aushelfen, um dennoch den Kontakt mit den wundervollen Tieren zu genießen. Immer gilt: Beide Mitbewohner sollten glücklich sein.