Der Studienplatz, ein neuer Job oder die Ausbildungsstelle erwartet dich in einer anderen Stadt! Endlich geht es los, das ist ein aufregender Neuanfang – oder doch nicht?

Vielmehr ein Grund, sich ganz tief im alten Zuhause verkriechen zu wollen? Wenn du beim nahenden Umzug eher Angst als Vorfreude empfindest, dann hier entlang!

Umzugsangst – Ist das normal?

angst vor umzug

Als du dich für die neuen Pläne entschieden hast, warst du noch voller Euphorie und freudigem Tatendrang. Doch jetzt, da es so langsam ernst wird und der Aufbruch in Kürze stattfindet, überkommt dich die pure Umzugsangst. Die gute Nachricht lautet: Das ist vollkommen normal.

Natürlich sind die Symptome je nach Persönlichkeit und Umständen bei einigen Personen stärker ausgeprägt als bei anderen. Doch liegt es in der Natur des Menschen, bei einer derart einschneidenden Lebensveränderung nicht nur blanke Freude zu empfinden.

Selbst wenn das neue Studium, die endlich beginnende Ausbildung oder der ersehnte Job ein toller Grund für den Wechsel sind: Der große Schritt reißt dich dennoch zunächst aus dem bekannten Umfeld und dem damit verbundenen gewohnten Leben.

Wir Menschen sind instinktiv auf Sicherheit ausgelegt: Gewisse Routinen und soziale Bindungen betten uns in ein sicheres Netz ein. Sich daraus loszulösen, kann vorerst zu einem Gefühl der Entwurzelung führen. Es ist nur natürlich, daraufhin Umzugsangst oder Traurigkeit zu empfinden. Doch das muss nicht so bleiben.

Die Angst vor dem Unbekannten

vor kurzem umgezogen, war es ein fehler

Hinter der Umzugsangst steht in der Regel in erster Linie die Angst vor dem Unbekannten. Wenn unser Organismus sich unbekannten Situationen neu anpassen muss, versetzt ihn das in Stress. Das trifft ganz besonders dann zu, wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt.

In Bezug auf die neue Lebenssituation lässt sich da jedoch Abhilfe schaffen. Die folgenden drei Punkte machen den Umzug greifbarer und verscheuchen so die typische Angst vor dem Unbekannten.

1. Ein gut geplanter Umzug = weniger Umzugsangst

Sich wirklich gut vorzubereiten, hilft nicht allein gegen Prüfungsangst. Auch für einen baldigen Umzug kann es dir ein Gefühl der Sicherheit geben, genau zu wissen, was du tust. Checklisten zur Planung sind dabei ein praktisches Tool. Sei es handschriftlich oder per App: Mit übersichtlichen Listen behältst du genau im Blick, was es zu tun gilt – und wann.

Angenehmer Nebeneffekt: Durch strukturierte Planung gliederst du den Umzug in mehrere kleine Schritte auf. Ein einzelner Schritt ist in der Regel leichter zu bezwingen als ein großer Berg. Und bevor du es merkst, bist du schon erfolgreich umgezogen.

2. Neues Umfeld erkunden

Ist es normal, sich vor dem neuen Umfeld zu fürchten? Aber ja! Auch hier lauern schließlich die vermeintlichen Gefahren des Unbekannten. Es spricht allerdings nichts dagegen, dein neues Domizil direkt kennenzulernen!

Befindet sich die Stadt in erreichbarer Nähe, dann verbringe doch vor dem großen Umzugstag schon einige Zeit dort. Erkunde die Gegend. Vielleicht findest du bereits ein tolles Café oder einen schönen Park, wo du zukünftig öfter hingehen willst.

Liegt dein neuer Wohnort einfach zu weit entfernt, dann lerne ihn virtuell kennen. Schau dir die Straßen online an oder informiere dich zu Wissenswertem.

3. Gewohnheiten ausmalen

Hast du auf der Karte ein ungewöhnliches Restaurant entdeckt? Das musst du unbedingt ausprobieren, sobald du da bist. Womöglich wird es dein Stammlokal! Entwirf im Geiste deine Tage im neuen Zuhause.

Selbst wenn du deinen gewohnten Tagesablauf erst einmal verlässt, wirst du auch in der neuen Umgebung ganz schnell in eine vertraute Routine finden.

Denn noch eine Eigenschaft haben nahezu alle Menschen gemein: Wir passen uns unheimlich schnell an neue Bedingungen an.

Einrichten und dekorieren gegen den Umzugsblues

wie lange dauert es, bis man sich an eine neue wohnung gewöhnt

Stürze dich mit voller Hingabe darauf, dein neues Reich zu gestalten. Selbst wenn du nur ein WG-Zimmer gestaltest oder eine kleine 20 qm Wohnung einrichten wirst, kannst du dabei deine ganze Kreativität einbringen. Tatsächlich erfordert es teils sogar noch mehr Achtsamkeit, eine kleine Wohnung zu dekorieren.

Plane anhand des Grundrisses, wie die Möbel genau stehen sollen. Auf diese Weise merkst du leicht, welche Einrichtungsgegenstände dir noch fehlen. Kaufe schon einmal kleine Deko-Artikel oder Wohnaccessoires ein.

Überlege dir auch, in welchem Stil du das Interieur halten willst. Keine Sorge: All diese Punkte sind nicht an ein üppiges Budget gebunden. Genieße die Herausforderung an deine Fantasie!

Tipp:

Lies Einrichtungsblogs oder Bücher zum Thema Wohnen. So bist du aktiv und vertiefst dich in die Vorfreude. Je mehr Raum sie einnimmt, desto weniger Platz bleibt für die Umzugsangst.

Die Gelegenheit zum Neuanfang nutzen

Lass dir keine Gelegenheit entgehen, um dir die positiven Seiten des Neuanfangs bewusst zu machen. Schließlich bietet dir der Umzug eine nicht alltägliche Gelegenheit.

Beim Packen bekommst du etwa den Raum, deinen gesamten Besitz einmal genau unter die Lupe zu nehmen – egal, ob es sich dabei um etwas Kleidung und eine kleine Kiste voll Erinnerungen handelt oder ein unüberschaubares Aufgebot verschiedenster Schätze.

Nimm dir die Zeit, gezielt auszumisten. Häufig fühlen wir uns deutlich leichter, wenn wir uns von altem Ballast trennen. Das hilft einerseits, mit einer guten Einstellung gegen Umzugsangst vorzugehen. Andererseits erleichtert ein gewisser Minimalismus die Einrichtung einer kleinen Wohnung.

Manchmal fällt es allerdings wirklich schwer, sich von Erinnerungsstücken zu trennen. Wenn du dennoch nicht alles horten kannst oder willst, dann mach dir klar: Du verabschiedest dich nicht von den Erinnerungen selbst. Diese sind tief in dir.

Von den Erinnerungsstücken selbst kannst du ein Foto machen, und sie dann ziehen lassen.

Tipp:

Wähle genau aus, was du unbedingt behalten willst, und was nicht sein muss. Zum Beispiel brauchst du kein altes Kleid zu behalten, wenn es dir nicht mehr passt – nur weil du darin einen unvergesslichen Moment erlebt hast. Andere kostbare Stücke wie etwa Fotos oder Andenken an liebe Menschen sollten dich unbedingt begleiten: Sie sorgen dafür, dass dein neues Umfeld sofort eine persönliche Note erhält.

Ganz entspannt: Umzugsstress einfach reduzieren

Es ist wichtig, zu akzeptieren, dass die Umzugsangst dich stresst. Denn dann kannst du dagegen vorgehen, zumindest gegen die negativen Auswirkungen.

Gönne dir in dieser aufwühlenden Zeit ganz besonders viel von allem, was dir wirklich guttut. Verschiedenste Dinge können dabei helfen, dich zu entspannen, etwa:

  • Konstruktive Gespräche über deine Umzugsangst – mit Menschen, denen du vertraust
  • Yoga und Sport, um den Kopf freizubekommen
  • Gelassenheit, etwa einfach mal länger im Bett bleiben oder ausgedehnt chillen, wenn du eigentlich zur Pflicht übergehen müsstest
  • Lebensfreude genießen, beim Tanzen, guten Essen oder auf einem Kurztrip
  • Regelmäßig spazieren gehen

So nimmst du die stressige Lebensphase zwar an, lässt aber nicht zu, dass sie sich allzu negativ auf deine Verfassung auswirkt.

Tipp:

In seltenen Fällen wandelt sich die normale Umzugsangst in eine Umzugsdepression um. Hast du bei dir den Eindruck, dann spricht nichts dagegen, mit psychologischen Profis über deine Sorgen zu reden.

Ein Umzug macht nicht einsam

in kleine wohnung viele gäste unterbringen

Die erste Devise bei Umzugsangst lautet: Bloß nicht verkriechen! Selbst wer allein umzieht und in der neuen Stadt noch niemanden kennt, wird deshalb nicht einsam. Doch du solltest aktiv bleiben, um neue Bekanntschaften beim Schopf zu packen.

Über den neuen Studien-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ist es oft gar nicht schwer, neue Leute zu treffen. Achte auf Aushänge zu Kursen oder Gruppenaktivitäten und lasse dich einfach einmal darauf ein. Vielleicht wolltest du schon immer Spanisch oder Kajak fahren lernen, dann nimm das Angebot von Privatstunden an.

Wer eher introvertiert ist und sich mit neuen Kontakten lieber Zeit lässt, findet im Umzug vielleicht genau den richtigen Moment, um ein Haustier ins Leben einziehen zu lassen. Katzen in einer kleinen Wohnung glücklich zu machen, ist gar nicht so schwer. Ansonsten fühlen sich auch überraschend viele andere Haustiere auf engem Wohnraum wohl.

Deine bisherigen Freundschaften und die Familie sind natürlich auch nicht unerreichbar. Chatten, anrufen sowie kurze oder längere Besuche halten dich in Verbindung mit deinen Lieben. Das klingt vielleicht nach zu wenig, öffnet aber tolle Möglichkeiten, sich neu kennenzulernen.

Nächste Haltestelle: Zukunft

Richte deine Aufmerksamkeit gezielt auf die positiven Aspekte des neuen Lebensabschnittes. Deine Fahrtrichtung lautet von nun an: Zukunft.

Versuche, nicht ständig in die Vergangenheit zu schauen und über den Abschied von Gewesenem zu grübeln. So schwer es auch fällt, die gewohnte Umgebung zu verlassen: Du tust es aus guten Gründen. Den Umzug wirst du in den meisten Fällen nicht bereuen.